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Heute habe ich etwas Besonderes für euch: Ich möchte euch – neben den teilweise doch recht trockenen – Business-Themen einen Einblick in ein etwas «anderes» Leben geben. Eines, welches ihr führen könnt wenn ihr genügend passives Einkommen verdient oder ortsunabhängig arbeitet. Dazu habe ich die großartige Ayana eingeladen, die mich bei SEO Themen und vor allem beim Texten unterstützt, einen Gastartikel zu schreiben. Sie bringt euch das Leben als digitaler Nomade näher. In ihrem Realitätscheck beleuchtet sie für uns auch die schattigeren Seiten hinter den glamourösen Instagram Profilen, auf denen immer nur lachende Beachbodys am Palmenstrand zu sehen sind. Viel Spaß mit diesem wunderbaren Artikel von Ayana!

Ortsunabhängig arbeiten – ist ein digitaler Nomade wirklich frei?

«Die Generation unserer Eltern wollte Sicherheit, ein Haus und einen einzigen, gut bezahlten Job. Heute sieht das anders aus: Unser Traum ist grenzenlose Freiheit und nicht Besitz, der dich in Ketten hält. Wir wollen dorthin reisen, wo unser Herz uns hinzieht – und das tun wir auch.» Ayana, digitale Nomadin seit 2014

Aber ist das Leben als digitaler Nomade so, wie du dir das vorstellst? Ich erzähle dir heute, wie es tatsächlich ist, wenn du ortsunabhängig arbeitest, wie das überhaupt geht und was du machen kannst, wenn auch du ortsunabhängig arbeiten willst.

Ortsunabhängig Arbeiten – die Facts

Folgst du auf Instagram Personen, die fröhlich lächelnd scheinbar die ganze Welt bereisen? Fragst du dich: Wie können die sich das leisten, arbeiten die denn jemals? Die kurze Antwort lautet: Ja. Und wahrscheinlich nicht zu wenig. Nur die wenigsten können auf ein nie schrumpfendes Vermögen zurückgreifen. Daher ist es wahrscheinlich, dass diese Leute digitale Nomaden sind – wie ich.

Ich bin seit Juni 2014 Vollzeit-Digitalnomadin und verdiene mein Geld mit Textarbeiten und als SEO-Spezialistin. Zusätzlich baue ich mir zurzeit ein passives Einkommen auf. Mein MacBook Air und ich reisen tatsächlich um die ganze Welt – so, wie du es auf Instagram siehst. Auf den Socials siehst du allerdings nur die schönen Seiten des Nomadenlebens: Videos, wie die Leute auf Skateboards Vulkane runterrasen, Surfen in Hawaii und Yogaretreats im Dschungel von Costa Rica (ja, das habe ich mir unterwegs gegönnt).

Die «Bad Days» siehst du auf den sozialen Medien nicht. Aber für den Reality-Check gibt es ja diesen Blog.

Bevor wir nun in den echten «ortsunabhängig Arbeiten – Lebensstil» eintauchen, hier sind einige Facts in Sachen «digitaler Nomade werden.» 

  1. Heute verlassen mehr Menschen denn je ihr Heimatland und werden ein „Global Citizen.“
  2. Mittlerweile gibt es sogar Unternehmen wie Remote Year und Hacker Paradise, die dir den Lebensstil als digitaler Nomade erleichtern.
  3. Diesen Lebensstil möglich machen die Technologie und die Globalisierung. Durch sie hast du ungehinderten Zugang zu Ressourcen und ungehinderte Kommunikationsmöglichkeiten. Du musst nur herausfinden, wie du dir diesen Lebensstil verdienen kannst.
  4. Dann heißt es: Loslegen.

Was macht einen digitalen Nomaden aus?

Digitales Nomadentum bedeutet, sich eine größtmögliche Unabhängigkeit von Ort, Zeit und Geld zu schaffen. Die örtliche Freiheit, indem ich eine Leistung anbiete, die ich digital erbringen kann. Die zeitliche Freiheit, indem ich nicht unbedingt selbst eine Leistung erbringen muss, sondern mein Geschäft womöglich automatisiere oder Tasks auslagere.

Die finanzielle Freiheit, indem ich ein Angebot schaffe, das größtenteils unabhängig von mir als Person ist. Persönlich nehme ich diese Freiheiten so wahr, dass ich dorthin reise, wo es mir gefällt. Meist kann ich Aufgaben wahrnehmen, die mir Spaß machen. Zudem teile ich mir meine Zeit so ein, wie es mir passt.

Klingt doch alles wunderbar. Dennoch ist diese Lebensentscheidung für viele etwas erschreckend. Neugierde ist da – aber irgendwie fühlt es sich unerreichbar an. Der Monotonie entfliehen und einen radikal alternativen Lebensstil führen? So weit reicht die Sehnsucht dann doch nicht.

Oder doch?

Digitaler Nomade werden – meine Story

Für mich kam der Wendepunkt, als ich etwa 6 Monate nach meiner Geschäftsgründung festgestellt hatte, dass mich meine Kunden nicht vor Ort brauchen. Ich kann mein Texter-Business doch auch von unterwegs führen.

Die Idee ließ mich nicht mehr los. Ich hatte die Monotonie satt, konnte die Sicherheit der Schweiz nicht mehr aushalten, weil ich mich ständig eingeengt fühlte. Von Selbstbestimmung keine Rede: da draußen ruft doch die Freiheit! Die Welt wartet nur darauf, von mir entdeckt zu werden. Aber lässt sich so etwas wirklich anpacken und umsetzen?

Ich fing mit der Recherche an. Meine erste Entdeckung überraschte mich besonders: Ich kann tatsächlich um die Welt reisen, ohne viel Geld ausgeben zu müssen. Weil ich zwar reisen, gleichzeitig aber auch etwas lernen wollte, habe ich mir für die ersten 7 Monate meiner Reise nachhaltige Projekte ausgesucht, bei denen ich bei einem „Volunteering“ meine Zeit gegen Kost und Logis ausgetauscht habe.

Einige meiner Nomadenfreunde suchen sich auch regelmäßig monatelange House-Sitting-Auftritte und sparen sich so die Miete.

Für den Anfang eignen sich diese Konzepte gut – ich hatte eine Sicherheit, mein Lifestyle kostete mich nichts und ich habe das jeweilige Land und Leute authentisch erlebt. Malaysia, Borneo, Australien, Israel, Südafrika und Costa Rica. Ich habe innerhalb von zwei Monaten meine Sachen verkauft, meine Wohnung aufgegeben und mein ganzes Leben in einen 12-Kilo Rucksack gepackt. Das war einer der besten Momente meines bisherigen Lebens. Mit diesem Gefühl bin ich losgezogen – und es überkommt mich noch heute, wenn ich voller Vorfreude ein Ticket buche.

Ich gehe später noch auf die Kosten ein, aber an dieser Stelle möchte ich eins erwähnen: die Flüge und ein mehr als netter Lebensstil kosten mich deutlich weniger als das Leben in der Schweiz. Zusätzlich habe ich unglaublich viel Tolles erlebt und Freunde fürs Leben gewonnen. Auch die Lebenserfahrungen, die ich mitgenommen habe, möchte ich irgendwann an meine Kinder weitergeben.

2014 war das noch „Digitales Nomadentum light“. Irgendwann hatte ich aber genug davon, auch nur 4 von 24 Stunden meiner wertvollen Zeit für andere einzusetzen. Kurzerhand buchte ich einen Flug von San José (CR) nach Chiang Mai und fing mein Leben in einer der Hochburgen des digitalen Nomadentums an. Und eins kann ich dir sagen: Am Pool rumlümmeln und in der Hängematte chillen – damit habe ich einen wesentlichen Teil meiner Arbeitszeit verbracht.

In wie vielen versteckten Wasserfällen ich gebadet und wie viele Gipfel ich erklommen habe, kann ich dir aber nicht mehr sagen.

Bereit für die ersten vier Schritte in dein Leben als digitaler Nomade? Gleich folgen die wichtigsten Meilensteine. Wenn du erst einmal anfängst und du dich mental gut vorbereitet hast, ist der Koffer schon halb gepackt.

Schritt 1: Um digitaler Nomade zu werden, brauchst du keinen spezifischen Hintergrund. Du musst nur Wege finden, wie du deine jetzige Tätigkeit online ausführen kannst. Einige Beispiele:

  1. Virtueller oder technischer Assistent
  2. Webdesigner oder Programmierer
  3. Social Media-Manager
  4. YouTuber, Blogger, Social Media Persönlichkeit
  5. ​​Beziehungstherapeuten
  6. Fotografen Grafikdesigner
  7. Life Coach und vieles mehr!

Die meisten Jobs kannst und musst du heutzutage online erledigen. Ich habe Posts gesehen, in denen Leute nach einem Handwerker suchen, weil sie jemanden mit spezifischen Fachkenntnissen wollen. Etliche Gelegenheiten für Ärzte und sogar Rechtsberater habe ich entdeckt.

Viele digitale Nomadenjobs sind in der Regel freiberuflich oder du kannst sie auf Vertragsbasis machen. Das bedeutet, dass du anfangs einen Großteil deiner Zeit in die Arbeitssuche investieren solltest. Der Rest liegt nur daran, wie du dich verkaufst. Wenn du also ein wenig kreativ wirst und dir nicht ständig einredest, dass dieser Lebensstil unmöglich ist, bist du bereit für den nächsten Schritt.

Schritt 2: Mache einen Projektplan. Schreibe auf, WIE du mit deinen Fähigkeiten Geld verdienen kannst. In diesem Beitrag sprechen wir eher die aktiven Geldquellen an. Aus meiner Sicht heute rate ich dir jedoch, dir ein passives Einkommen aufzubauen.

Schritt 3: Vernetze dich. Nutze die sozialen Medien und trete FB-Gruppen bei, die sich mit dem Thema beschäftigen. Das inspiriert dich und gibt dir die nötigen Tools an die Hand.

Schritt 4: Finanzielle Situation checken. Dein Ziel als digitaler Nomade ist die maximale Freiheit. Dafür brauchst du Geld. Wesentlich mehr Spaß macht das Geld verdienen, wenn dein Einkommen nicht an deine persönlichen Fähigkeiten gebunden ist. Hier geht es zur Übersicht, wie du dir ein passives Einkommen aufbauen kannst.

Und jetzt heißt es… G O !

Ortsunabhängig arbeiten ist nicht (nur) verlängerter Urlaub

Ortsunabhängig Arbeiten bringt eine Reihe einzigartiger Herausforderungen mit sich. Es erfordert Disziplin, eine 40+ Stunden-Woche zu bewältigen, wenn du ständig durch die Gegend düst. Während du dich mit Visa-Angelegenheiten, Sprachbarrieren, deiner persönlichen Sicherheit usw. beschäftigst, musst du auch dafür sorgen, dass dein Geschäft am Laufen bleibt.

Verschiedene Zeitzonen bedeuten, dass ich hin und wieder lange aufbleiben oder mitten in der Nacht aufstehen muss, um einem mit einem Kunden ein neues Projekt zu besprechen. Die „alten Hasen“ haben sich an meinen Lebensstil gewöhnt und wissen, dass sie mich nicht immer erreichen können. Diese Freiheit nehme ich mir mittlerweile heraus. Das liegt aber auch daran, dass ich ein Geschäft führe, das gut läuft.

Ganz selten muss ich Freizeitaktivität verschieben, weil ich ein Projekt fertig machen will. Mir persönlich macht das viel Spaß und nichts aus, aber viele digitale Nomaden sind nicht darauf vorbereitet, den Stress zu bewältigen, der durch diese „Doppelbelastung“ entsteht.

Einzigartige Freiheit

  • Wenn ich weiß, dass ich große Reisetage oder eine Weile keinen zuverlässigen Internetzugang habe (Hallo, Amazonas und Halbinsel Sinai, ihr seid gemeint), dann arbeite ich ein- bis zwei Wochen im Voraus extra. So vermeide ich Stress.
  • Ähnlich wie bei standortabhängigen Freiberuflern nutzen Nomaden die Möglichkeit, ihre Zeit frei einzuteilen.
  • Wenn ich irgendwo hinwill, dann buche ich in der Regel nur in eine Richtung. Meine Kosten halte ich niedrig, indem ich bei den Reisedaten flexibel bleibe. Ich mache wirklich das, worauf ich Lust habe. Wenn ich bereit bin, irgendwohin zu reisen, fackel ich nicht lange, sondern packe meine Sachen und gehe.

Digitales Nomadentum erfordert Planung

Wie andere Selbstständige auch können digitale Nomaden nicht auf ein festes Jahresgehalt zählen. Du musst also bereit sein, jeden Monat dein Kontingent zu verdienen und dich weitgehend selbst dafür motivieren. Mit der Zeit möchtest du in besonderes Equipment investieren. Oft habe ich Probleme, einen ruhigen Ort zu finden. Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung sind meine Rettung.

Das Wi-Fi Problem habe ich schon abgesprochen, und wenn dein MacBook streikt oder gar geklaut wird (ja, Rezeptionist des Hostels in Bombai, ich werfe dir einen bösen blick zu), dann hast du ein Problem.

Die weniger glamouröse Seite der Medaille gehen auch mit Visas einher. Wenn du dich darum kümmern musst, ob und wo du nun Steuern bezahlen sollst, bekommst du die Antwort nicht immer schwarz auf weiß. Der Abschluss einer Krankenversicherung kann kompliziert sein (Wireless Life hat dazu einen super Artikel verfasst).

Oder was machst du, wenn der ATM auf Bali deine Bankkarte frisst? (Du unterbrichst deine Reise und wartest 5 Wochen auf die Post aus Deutschland. War herrlich – ich habe ein Naturparadies auf einer Peninsula entdeckt und mir eine Hütte mitten im Nirgendwo gemietet).

Ja, alles wird ein wenig komplizierter. Als digitaler Nomade befindest du dich (noch) in einer rechtlichen Grauzone. Traditionelle Fachkräfte wie Steuerberater, Banken und Versicherungsleute wissen nicht, wie sie mit dir und deiner Situation umgehen sollen. Das, was du als digitaler Nomade tust und wie du lebst, ist einzigartig. Hier musst du Durchhaltewillen und manchmal auch eine dicke Haut beweisen. Es gibt immer eine Lösung, aber du darfst nicht aufgeben, bis du sie gefunden hast.

Der Stress kann sich auch auf deine eigentliche Reiseplanung auswirken. Wenn du viele Projekte gleichzeitig handhaben musst, ist es nicht immer einfach, Prioritäten zu setzen und zu gewährleisten, dass du die Bedürfnisse deiner Kunden erfüllst. Was ist wichtiger: deine Behausung für den nächsten Monat oder das Projekt, das dir die nächste Woche finanziert?

Damit mir das nicht mehr passiert, verbringe ich heute mindestens drei Monate in jedem Land. Ich muss ja nirgendwo hinfetzen und als deutscher, österreichischer oder Schweizer Bürger bekommst du fast überall ein 3-monatiges Visa. Falls das einmal nicht reicht, kannst du „Border-Hopping“ machen. Das ist insbesondere in Asien und Mittelamerika beliebt: Du reist über die Grenze aus, gehst einen Trinken und reist dann wieder ein. Wir Europäer haben anderen Reisenden gegenüber wirklich einen Vorteil mit unserer europäischen Staatsbürgerschaft.

Du hast auch mal die Schnauze voll von Stränden & Sonnenuntergängen

Mich hat der Reisekoller das erste Mal erst nach 1.5 Jahren Reisen erwischt. Die meisten bekommen ihn schon nach etwa 7 Monaten. Die Reiseplanung kann sich mühselig gestalten und selbst die schönsten Sonnenuntergänge verlieren kurzfristig ihren Reiz. Ständig neue Kontakte knüpfen zu müssen, ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Wenn du dich so fühlst, dann weißt du, dass du eine Pause brauchst.

Reisen kann anstrengend werden. Wenn du digitaler Nomade wirst, lernst du ganz schnell dein eigenes Reisetempo kennen. Anfangs ist das schwer zu beurteilen. Die meisten digitalen Nomaden, die länger unterwegs sind, wählen ein Reiseziel aus und bleiben ein oder zwei Monate dort. Gearbeitet (und gereist) wird von dort aus. Das Reiseziel wird mittels Kurztrips oder verlängerten Wochenendausflügen erkundet.

Der «ortsunabhängig Arbeiten» Lebensstil ist erschwinglicher, als es scheint

Generell haben wir das Gefühl, dass ständiges Reisen teuer ist. Aber viele Nomaden (mich eingeschlossen) machen die Erfahrung, dass sie jetzt weniger ausgeben und in manchen Fällen sogar mehr verdienen. Wenn zum Beispiel Fixkosten für eine Mietwohnung wegfallen, hast du mehr Geld für Flüge zur Verfügung. Als ich anfing, online zu arbeiten, habe ich nicht etwa mein Karriereziel aus den Augen verloren – ich habe das Gleiche gemacht, wie wenn ich einen Bürojob machen würde – ich verbessere mich, bilde mich weiter und verdiene heute mehr Geld als vor zwei Jahren. Ich denke, dass wir die Leute darauf aufmerksam machen müssen, dass wir echte, professionelle Karrieren verfolgen – nicht nur irgendwelche zufälligen Jobs machen.

Viele Leute, die ortsunabhängig arbeiten wollen, leben an Orten mit niedrigen Lebenshaltungskosten (wie auf Bali, Vietnam oder in Thailand, manche bleiben länger in Goa oder Indien). An einigen Orten dieser Welt kannst du richtig Geld sparen – und lebst gleichzeitig in einem tropischen Paradies. Wenn ich vergleiche: Meine gesamten monatlichen Lebenskosten auf Bali sind in etwa gleich hoch wie die Miete, die ich in der Schweiz für meine Wohnung bezahlt habe.

Zudem sparst du viele Ausgaben ein, weil sich dein Fokus verändert. Du bemerkst, dass du viel weniger brauchst als gedacht: Du hast kein Auto, musst nicht ständig neue Gegenstände kaufen, sparst die Kosten für die TV- und Internetbox, hast kein Fitness Abo und – keine Kosten für einen Urlaub. Wenn du aus dem Koffer lebst, kaufst du nicht so oft Kleidung oder Schönheitsartikel.

Fazit: für mich ist ortsunabhängig arbeiten der beste Lifestyle der Welt

Ich habe gelernt, dass es beim digitalen Nomadentum nicht darum geht, wie eine Suchende orientierungslos umherzutreiben. Für mich geht es darum, ein Leben zu gestalten, dass sich nach meinen Wünschen richtet. Ich möchte die Freiheit haben, das zu tun, was ich will, wann immer ich will.

Doch bevor die Freiheit kommt, muss die Disziplin ran. Du musst planen und dich organisieren können – und du musst zuverlässig sein. Bevor ich mich auf meinen eigenen Weg aufmachte, habe ich mir digitale Nomaden als einsame Rucksackhelden mit eleganten Laptops vorgestellt. Das muss nicht so sein. Wenn du ortsunabhängig arbeiten willst, musst du dir dieses Ziel setzen und es konsequent verfolgen.

Dann kannst du dein Leben so gestalten, wie du es willst. Es muss nicht irgendeiner Definition entsprechen. So nahm mein Traum Gestalt an. Mein Traum hat sich verändert und meine Ziele an die neuen Umstände angepasst – heute bin ich Reisende mit Leidenschaft und eine junge Frau, die ihren inneren Frieden gefunden hat. Der digitale Nomaden – Lifestyle hat wesentlich dazu beigetragen. Mir ist diese Freiheit wichtiger als alle Sicherheit dieser Welt.


FAQ – Antworten auf eure häufigsten Fragen

Wie kann ich mich auf ein Leben als digitaler Nomade vorbereiten?

Das wichtigste sind die logistischen Entscheidungen, die du treffen musst, bevor du losziehst.

  • Möbel in den Storage?
  • Wohnung an Fremde oder Freunde untervermieten
  • Alles verkaufen und die paar Kisten bei den Eltern einlagern?
  • Willst du deinen Wohnsitz behalten und steuerpflichtig bleiben?
  • Welche Versicherungen möchtest du behalten?

Viele entscheiden sich erst für eine Selfstorage-Einheit, packen ihren Hausrat ein, ziehen eine Weile um die Welt und stellen dann fest, dass sie viele Möbel, Klamotten und den anderen üblichen Kram auf lange Sicht gar nicht behalten wollen. Aber: falls es dir schwerfällt, alles loszulassen, kann so eine Zwischenlösung ideal sein. Entsorgen kannst du später immer noch.

Wichtig ist auch die Frage, ob du deine Reise im Voraus planen willst, oder ob du einfach irgendwann losziehst. Für viele Einsteiger bietet es sich an, die erste lange Reise ungefähr zu planen. Wenn du dich als Ortsunabhängiger wohlfühlst, kannst du in den Spontanmodus wechseln – das spart dir Geld.

Wichtig ist: Reise leicht. Packe so wenig ein wie möglich. Ich bin 1.5 Jahre lang mit einem Rucksack gereist, der nur 12 Kilo gewogen hat. Ich fand das super und musste auf nichts verzichten. Ich mag aber auch keine Schlepperei.

Digitaler Nomade – warum sollte ich mich dafür entscheiden? Bin ich für den Arbeitsmarkt attraktiv?

Dreh den Spieß einmal um. Darum wird ortsunabhängig arbeiten auch für den Arbeitsmarkt immer attraktiver.

  • Unternehmen wollen die besten Leute für einen Job finden und müssen sich nicht nur auf einen regionalen Talentpool beschränken
  • Die Mitarbeiter können dort arbeiten, wo sie am produktivsten sind: in einem Café, im Hotel, in einem Coworking Space, im temporären Zuhause – die Wahl liegt bei dir
  • Die Mitarbeiter sind generell zufriedener und die Fluktuationsrate oft geringer.
  • Ein Unternehmen spart Geld für Büroressourcen

Wie weit soll ich, wenn überhaupt, vorausplanen?

Das kommt meiner Meinung nach darauf an, wo du hin möchtest. Wenn du während der Hauptsaison in einem Hotspot leben möchtest, dann musst du dich frühzeitig um eine längerfristige Wohngelegenheit kümmern. Gute Unterkünfte sind oft ausgebucht und es ist mühsam, drei- oder viermal im Monat umzuziehen, wenn du einen Monat oder länger an einem Ort bleibst.

Zudem bekommst du bei längerfristig gebuchten Aufenthalten ziemlich satte Rabatte. Das hat allerdings den Nachteil, dass du deine Pläne nicht in letzter Minute ändern kannst. Gestern haben mich Freunde gefragt, ob ich mit ihnen Silvester feiern möchte. Dieses Jahr geht das nicht, weil ich auf die maximale Anzahl Tage achten muss, die ich an einem Ort verbringe – aufgrund der Steuerpflicht.

Was ist das Beste daran, ein digitaler Nomade zu sein?

Das Gefühl der völligen Freiheit. Nichts hält mich fest – wenn es mir in Spanien zu kalt wird, gehe ich nach Südafrika. Wenn ich keine Lust mehr auf einen Ort habe, reise ich weiter. Wenn ich Europa vermisse, dann buche ich einfach einen Flug dahin.

Ich muss keine unbezahlte Arbeitszeit beantragen. Zu den anderen kleinen Freiheiten zähle ich: sehr selbstständige Zeiteinteilung, kein „im Verkehr stecken“ oder auch mal drei Tage am Strand lümmeln, wenn mir danach ist.

Ich finde es toll, wenn ich Leute inspiriere. Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffen kann, dass andere „meinen“ Lebensstil toll finden oder ich ihnen Mut mache, etwas zu wagen. Das ist ein echt tolles Gefühl – wenn du etwas anderes machst als alle anderen und nach deiner inneren Erfüllung suchst, inspirierst du andere automatisch. Und das gibt dir wiederum die Inspiration, frische Ideen umzusetzen.

Aus Sicht einer Reisenden finde ich es toll, einen Ort wie ein Einheimischer kennenzulernen – nicht wie ein Tourist. Als Tourist interessieren dich die Sehenswürdigkeiten und die Gastfreundschaft. Wenn du jedoch zwei oder drei Monate an einem Ort „lebst“ siehst du den Ort plötzlich mit anderen Augen – und du beginnst, dich etwas zu Hause zu fühlen. Es macht Spaß, nicht einen Haufen Sehenswürdigkeiten in eine Woche quetschen zu müssen.

Ganz klar sind es auch die Ereignisse und Begegnungen, die du nur erleben darfst, weil du unterwegs bist. Ich wurde zu einem Surfergirl und habe auf den Straßen Mittelamerikas Salsa tanzen gelernt – zudem habe ich mich spirituell weiterentwickelt. Reisen macht dich zu einem anderen Menschen – zu einem besseren, wie ich finde. Weil du die Welt plötzlich mit anderen Augen siehst und dich selbst nicht mehr so wichtig nimmst.

Hat ortsunabhängig arbeiten auch Schattenseiten?

Eine Sache, die mir manchmal zu schaffen macht, ist gleichzeitig ein paradox: die Freiheit, jegliche Entscheidung treffen zu können. Wenn du dir keinerlei Einschränkungen auferlegen musst, fallen dir Entscheidungen manchmal schwer.

Ein weiterer Negativpunkt sind Schuldgefühle. Manchmal bin ich traurig, weil ich fast nie zu Hause bin. Ich war seit mehr als einem Jahr nicht in der Schweiz – deine Familie und Freunde vermissen dich, aber ihr Leben geht weiter, genau wie deins. Du bist nicht mehr so eng verknüpft mit deinen Freunden – Nachwuchs kommt, wichtige Lebensereignisse werden gefeiert – und du bist nicht dabei. Das ist nicht für jeden etwas. Zudem ist es nicht immer leicht, am neuen Ort Anschluss zu finden – du musst dich selbst am Riemen reißen und raus gehen. Sonst wird es mit der Zeit einsam.

Manchmal musst du dich Leuten gegenüber erklären: sie wissen nicht, was du machst, sind neidisch auf dich oder denken, dass du gerade in einer persönlichen Krise steckst und vor etwas wegrennst.

Haben die Leute die richtigen Vorstellungen dieses Lebensstils?

An eins solltest du denken: Papier saugt Tinte auf. Das hat dazu geführt, dass rund um das Thema eine riesige Clickbait-Kultur entstanden ist. Es wird ein Lebensstil propagiert, der nicht immer ganz der Wahrheit entspricht:

Du findest eine Million Blog-Beiträge mit Titeln wie „Ich habe meinen Job gekündigt, um die Welt zu bereisen, und bereue es nicht für eine Sekunde“ oder „Ich habe mein Hab und Gut verkauft, einen Bus gekauft und bin jetzt nie traurig.“

Diese Posts verbreiten eine falsche Positivität, vergleichbar mit der Instagram-Kultur. Instagrammer haben Angst, ihre Follower zu verlieren und vermitteln deshalb nicht immer ein realistisches Bild ihres Alltags. Niemand ist perfekt und schon gar keiner lebt das perfekte Leben. Das ist alles ein großer Fake und deshalb problematisch, weil es zeigt, dass mancher digitaler Nomade erfüllende menschliche Beziehungen nur noch mittels Followern pflegt.

So wird ein falscher Lebensstil propagiert und Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Manche dieser digitalen Nomaden haben nicht ihr Leben verändert, sondern ihren Lebensstil einfach mitgenommen. Sie verbringen den größten Teil des Tages mit Arbeiten, schieben sich zwischen den Meetings etwas hinter die Zähne und posten hin und wieder ein tolles Bild von sich. Denk dran: auf den sozialen Medien siehst du nur die Highlights.

Welche Eigenschaften / Fähigkeiten / Persönlichkeit brauche ich, um ein digitaler Nomade zu werden?

Am wichtigsten ist Disziplin. Du musst in der Lage sein, deine Arbeit und deinen Lebensstil voneinander zu trennen – und das ist unterwegs schwieriger als zu Hause. Zudem musst du in der Lage sein, stets einen kühlen Kopf zu bewahren und du musst sehr realistisch denken. Du darfst dich nicht in Gefahrensituationen begeben oder dich an einem riskanten Ort so wohlfühlen, dass du unvorsichtig wirst.

Wenn du dauernd unterwegs bist, kann vieles schieflaufen. Züge kommen zu spät an, du verpasst Flüge. Manchmal weißt du nicht, wo du Essen herbekommst, weil nachts die Takeaways geschlossen sind. Was, wenn du krank wirst? Du hast keinen, der dich pflegt. Du musst dich damit abfinden, dass diese Dinge passieren und es nichts gibt, was du dagegen tun kannst.

Du musst in der Lage zu sein, jede Situation selbst zu handhaben. Aber das ist auch unglaublich aufregend und wird dir mit der Zeit mehr Selbstvertrauen schenken.

Ein wichtiger Punkt, den ich zum Abschluss erwähnen möchte, ist eine vorausschauende Finanzstrategie. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um dir ein passives Einkommen aufzubauen. Erstens bist du jeglichen finanziellen Druck los, wenn du genügend Geld hast.

Zweitens kannst du einige der aufgeführten Unannehmlichkeiten komplett vermeiden. In diesem Blogbeitrag liest du alles, was du darüber wissen musst.

Hast du das Zeug zum ortsunabhängig arbeiten – digitalen Nomaden? Dann schau dir hier auch noch diese hilfreiche Checkliste an.

Daniel
Daniel
Online-Unternehmer || Bestseller-Autor || Diplom Designer (FH)

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